Irrtümer über die LED

Irrtümer über die LED

Photobiologische Sicherheit von Leuchten

An der LED kommt heutzutage keiner mehr vorbei. In Geschäften, Werbetafeln, Leuchtmitteln und sogar in Straßenlampen sind die kleinen Wunder anzutreffen. Und doch gibt es immer wieder einige Mythen und Irrtümer über diesen Superhelden unter den Leuchten. Wir räumen mit diesen Vorurteilen auf und zeigen Ihnen, was die LED wirklich kann.

Mythos #1: LEDs sind schlecht für die Umwelt.

Diese Aussage stimmt so nicht. Denn durch den geringen Energiebedarf der LED trägt sie maßgeblich zur Verringerung der CO2-Emmission bei. Da LEDs außerdem kein Quecksilber enthalten, müssen sie nicht gesondert entsorgt werden. Durch die verschiedenen elektronischen Bauteile werden LED-Leuchten durch das ElektroG als Elektroschrott (so wie Computer, Radio, Bügeleisen usw.) eingestuft und müssen dementsprechend entsorgt werden.

Mythos #2: LEDs sind energieintensiv bei ihrer Herstellung.

Ja, da ist etwas Wahres dran. Für die Herstellung einer LED braucht man in der Tat mehr Ressourcen als für die Herstellung einer Glühbirne, Halogen- oder Energiesparlampe. In einer LED sind aber auch viele Chips und Elektronikbauteile enthalten.

Die LED schneidet in der Gesamtökobilanz der Stiftung Warentest trotzdem am besten ab. Durch ihre extrem hohe Lebensdauer (bis zu 50.000 Stunden) und ihren geringen Stromverbrauch (bis zu 90% weniger als herkömmliche Leuchtmittel) gleicht die LED die Nachteile in der Herstellung locker über ihren Lebenszyklus wieder aus.

Mythos #3: LEDs sind giftig.

Nein, sind sie nicht. Im Gegensatz zu Energiesparlampen enthalten LEDs kein Quecksilber und müssen nicht im Sondermüll entsorgt werden. Die LED ist ein Halbleiter und enthält elektronische Bauteile. Sie kann deswegen recycelt und wie Elektroschrott behandelt werden.

Mythos #4: LEDs geben kaltes Licht ab.

Das ist nicht ganz falsch. Denn es gibt LEDs, die kaltes Licht abstrahlen. Aber nicht jede LED strahlt kaltes Licht aus. Sie sind in vielen verschiedenen Farbtemperaturen erhältlich, von warmweiß (bis 3.300 Kelvin) über neutralweiß (3.300 – 5.300 Kelvin) bis hin zu kaltweiß (ab 5.300 Kelvin).

Mythos #5: Das Dimmen von LEDs verkürzt ihre Lebensdauer.

Das ist nicht der Fall. Hochwertige LEDs lassen sich stufenlos dimmen, ohne die Lebensdauer zu beeinträchtigen. Allerdings kann das die LED nicht allein – ein entsprechendes Steuerelement muss dafür verbaut werden. Sobald eine entsprechende Steuerung installiert wurde, kann durch die Dimmung sogar noch mehr Energie gespart werden.

Mythos #6: LEDs brauchen lange, bis sie leuchten.

Das stimmt nicht. Von Energiesparlampen kennen wir dieses Problem: Man schaltet sie ein und es dauert eine geraume Zeit bis sie ihre volle Leuchtkraft entfalten. Bei LEDs ist das nicht der Fall. Sie haben einen Sofortstart und leuchten direkt nach dem Anschalten zu 100 Prozent.

Mythos #7: LED-Leuchten sind zu teuer für eine komplette Umrüstung.

Das kommt auf die Betrachtungsweise an. Wenn wir nur die Anschaffungskosten beachten, kann die Investition als kostenintensiv einschätzt werden. Nehmen wir aber die extreme Lebensdauer und den geringen Energieverbrauch mit in die Rechnung auf, so rentiert sich eine Umrüstung binnen weniger Jahre. Besonders in Arbeitsumgebungen, in denen das Licht täglich mehrere Stunden in Betrieb ist, sind LEDs die perfekte Beleuchtungslösung.  

In Deutschland gibt es darüber hinaus eine Vielzahl von Förderprogrammen, die Unternehmen bei der Umrüstung auf LED Beleuchtung unterstützen oder zinsgünstige Darlehen anbieten. 

Mythos #8: LEDs gehen bei einer hohen Umgebungstemperatur kaputt.

Das kommt auf die Qualität der Leuchte an, denn nicht jede LED ist gleich. Insofern eine gute Wärmeableitung durch einen Kühlkörper vorhanden ist, halten LEDs sogar Umgebungstemperaturen von bis zu 65°C aus. Die Wärme lässt sich dabei gezielt durch Kühlrippen abführen. Unter der Hitze leidet übrigens weniger die LED an sich, sondern vielmehr die enthaltene Steuerungselektronik.

Mythos #9: LEDs verlieren bereits nach 3 Monaten ihre Leistung.

Das stimmt nicht, denn die Lebensdauer einer LED ist deutlich höher. Sie liegt bei bis zu 50.000 Stunden, das entspricht bei einer täglichen Nutzung fast 20 Jahren. Nach Ablauf der Lebensdauer lässt die Leuchtkraft der LED tatsächlich nach. Dieser Vorgang wird auch Lichtstromrückgang genannt. Dafür gibt der Hersteller neben der Lebensdauer eine Zusatzangabe wie L80 oder L90 an. Das bedeutet, dass die LED nach Ablauf ihrer Lebensdauer bei L80 noch mit 80% ihrer Leuchtkraft weiterläuft bzw. einen Lichtstromrückgang von 20% aufweist.

Mythos #10: LED-Licht flimmert immer.

Korrekt wäre: Gute LEDs sind praktisch flimmerfrei, minderwertige bzw. billige LEDs haben ein deutliches Flimmern. Im Englischen wird das Flimmern auch als Flickern bezeichnet.

LEDs an sich flimmern nicht. Aber sie reagieren sehr schnell auf elektrischen Strom. Sobald sie nicht mehr mit dem Strom in Kontakt sind, emittieren sie kein Licht mehr. LEDs werden mit Gleichstrom betrieben. Um den Wechselstrom aus der Steckdose in Gleichstrom umzuwandeln und die Spannung zu verkleinern, ist eine Steuerungselektronik (sogenannte Treiber) in LEDs verbaut. In Leuchtmitteln befindet sie sich im Sockel, bei LED-Leuchten ist sie entweder integriert oder separat verbaut.

Wenn die Steuerungselektronik nun die Spannungsschwankungen im Stromnetz nicht ausgleichen kann, entsteht ein Flimmern. Vor allem bei minderwertigen Leuchten besteht die verbaute Steuerungselektronik teils aus schwachen oder schlechten Komponenten. Diese können den Strom nur unzuverlässig oder sogar gar nicht glätten. Das Ergebnis ist dann ein sichtbares Flimmern.

Mythos #11: Glühlampen sind heller als LEDs.

Das stimmt nicht. Eine 10 Watt – Glühbirne erreicht einen Lichtstrom von 100 Lumen. Eine 10 Watt – LED erreicht dahingegen einen Lichtstrom von über 800 Lumen. Das bedeutet, dass die LED achtmal heller ist als die Glühbirne.

Mythos #12: LED-Licht ist unnatürlich.

Ganz im Gegenteil. Die Farbwiedergabe (CRI) bestimmt, wie natürlich beleuchtete Objekte erscheinen. Die Sonne weist zum Beispiel einen CRI von 100 auf, was einer perfekten Farbwiedergabe entspricht. LEDs erreichen heute mühelos einen CRI von 98. Sie geben somit alle Farben nahezu perfekt wieder.

Zum Vergleich: eine Standard-Leuchtstoffröhre hat einen CRI von 60 – 69.

Mythos #13: Die LED ist noch nicht ausgereift.

Das stimmt so nicht ganz. Die LED hat sich in den letzten zehn Jahren wesentlich verbessert und wird das auch in den nächsten zehn Jahren weiterhin tun. Das ist nichts ungewöhnliches, jede Technologie strebt nach ihrem Bestmöglichen. Trotzdem ist zweifellos festzustellen, dass LED-Leuchten die optimale Lichtquelle für fast alle Anwendungsgebiete sind. Auf die Lebensdauer gerechnet, ist sie obendrein auch noch die günstigste Technologie.

Mythos #14: LEDs erzeugen Elektrosmog.

Die LED an sich erzeugt keinen Elektrosmog. Da LEDs jedoch mit Gleichspannung betrieben werden, benötigen sie Vorschaltgeräte. Diese wandeln die 230 Volt Wechselspannung in Gleichspannung um. Das Vorschaltgerät kann je nach Aufbau eine schwache elektromagnetische Strahlung aussenden. Eine solche Strahlung geht auch von jedem Elektrogerät und jeder Stromleitung aus. Mobiltelefone, W-LAN-Signale, Computer, Halogenlampen, Steckernetzteile usw. erzeugen nicht zuletzt den meisten Elektrosmog.