IP Schutzarten

Schutzklassen von Leuchten

Schutzklassen, IP-Schutzarten & IK-Schutzklassen

kurz & bündig:
  • Schutzklassen 0-III: Schutz gegen Stromschläge  
  • IP-Schutzarten: Schutz der inneren Komponenten eines Gerätes 
  • 1. Ziffer: Schutz gegen Fremdkörper | 2. Ziffer: Schutz gegen Feuchtigkeit
  • IK-Schutzklassen: Schutz gegen Stöße / Schlagkraft

Beim Umgang mit LED-Leuchten ist Sicherheit stets das oberste Gebot. Sicherheits- und Schutzmaßnahmen für elektrotechnische Geräte sind über Normen und Vorschriften präzise geregelt. Leuchten sind heute mit einer Vielzahl von Kennzeichnungen versehen, die dem Schutz des Verbrauchers dienen. Sie geben Aufschluss über Sicherheitsbestimmungen und sind bei Leuchten für den gewerblichen und industriellen Einsatz unbedingt zu beachten. Unterschieden wird dabei in Schutzklassen, IP-Schutzarten und IK-Schutzklassen

Was sind Schutzklassen?

Schutzklassen werden zur Einteilung elektrischer Geräte verwendet und geben Auskunft darüber, in welchem Umfang der Benutzer vor einem elektrischen Stromschlag geschützt ist. Sie betreffen nur Geräte, die über das Stromnetz betrieben werden und dienen allein dem Schutz des Benutzers. Die DIN VDE 0711 legt für elektrische Geräte vier Schutzklassen fest.

Schutzklasse 0

Schutzklasse 0 bedeutet, dass außer einer Basisisolierung kein weiterer Schutz gegen Stromschläge besteht. Die Schutzklasse 0 hat keine Kennzeichnung über ein Symbol und ist auch nicht auf den Geräten gekennzeichnet. Diese Schutzklasse entspricht nicht den aktuellen Sicherheitsnormen. Deswegen ist der Einsatz solcher Geräte innerhalb Deutschland und Österreich nicht erlaubt. In den zukünftigen internationalen Normen soll die Schutzklasse 0 nicht mehr enthalten sein.

Schutzklasse 1

Schutzklasse I

Schutzklasse I schützt neben der Basisisolierung durch eine zusätzliche Erdung. Die Erdung ist durch ein grüngelbes Kabel oder dem Erdungszeichen (Symbol) gekennzeichnet. Alle leitfähigen Gehäuseteile sind mit einem Schutzleitersystem verbunden und bieten dadurch Schutz vor zu hohen Berührungsspannungen. Der Schutzleiter muss immer als Erstes an das Stromnetz angeschlossen werden und darf auch immer als Letztes den Kontakt verlieren. Für den Schutzleiter wird daher ein längeres Kabel verbaut, dass mechanischer Belastung standhält. Ortsveränderliche Leuchten sind bei der Schutzklasse I mit einem Schutzkontaktstecker versehen.

Schutzklasse 2

Schutzklasse II

Schutzklasse II kennzeichnet Geräte, die keinen Schutzleiter besitzen. Dafür haben sie aber eine durchgehende, verstärke oder doppelte Isolierung zwischen dem Netzstromkreis und der Ausgangsspannung. Das bedeutet, dass an keiner berührbaren Komponente Spannung anliegen kann.

Schutzklasse 3

Schutzklasse III

Schutzklasse III arbeitet mit einer sogenannten Schutzkleinspannung. Erkennbar ist diese Schutzklasse entweder am Symbol oder an dem Aufdruck SELV (= safety extra-low voltage). Dabei ist die Spannung so niedrig, dass der Benutzer bei einer Berührung keinen elektrischen Schlag befürchten muss. Die Grenze liegt für Gleichspannung bei 120 Volt und für Wechselspannung bei 50 Volt. Bei netzbetriebenen Geräten muss deswegen zwingend ein Sicherheitstransformator eingesetzt werden, der die Spannung auf diese Grenzwerte herunterregelt.

Was sind IP-Schutzarten?

Die Schutzart wird in IP für International Protection Code angegeben. Der IP-Code ist gemäß DIN EN 60529 (VDE 0470-1) festgelegt und umfasst alle elektrischen Betriebsmittel (Geräte, Leuchten und Installationsmaterial). Er beschreibt allgemein, inwieweit die inneren Komponenten eines Gerätes vor Schmutz und Wasser geschützt sind. Die IP-Schutzart besteht aus zwei Zahlen.
Dabei steht die erste Zahl für den Schutz gegen Fremdkörper und die zweite Zahl für den Schutz gegen Feuchtigkeit.
IP Schutzarten

Beispiel:

Ein LED Panel für die Innenraumbeleuchtung ist mit der Schutzart IP20 angegeben.
(2) steht für den Schutz gegen das Eindringen fester Fremdkörper > 12mm,
(0) steht dafür, dass das Panel nicht gegen Wasser geschützt ist.

Was sind IK-Schutzklassen?

Die IK-Schutzklasse bzw. der IK-Stoßfestigkeitsgrad beschreibt den Schutz gegen Stöße und Schlagkraft. Der IK-Code ist international genormt und nach IEC 62262 festgelegt. Sie ist ein Maß für Widerstandsfähigkeit von Gehäusen elektrischer Betriebsmittel gegen mechanische Beanspruchungen. Dabei wird die Stoßfestigkeit bis zu einer bestimmten Schlagenergie in Joule angegeben.

IK-Code Krafteinwirkung in Joule Beispiel
IK 00
0,00
IK 01
0,14
IK 02
0,20
IK 03
0,35
IK 04
0,50
IK 05
0,70
leichte Schläge mit der Hand
IK 06
1
Schlag mit einem 500g Hammer aus 20cm Entfernung
IK 07
2
Schlag mit einem 500g Hammer aus 40cm Entfernung
IK 08
5
Schlag mit einem 1,5kg Hammer aus 30cm Entfernung
IK 09
10
Schlag mit einem 5kg Hammer aus 30cm Entfernung
IK 10
20
Schläge mit Baseballschlägern, Wurfgeschossen usw., Vandalismusschutz

Beispiel:

Ein LED Hallentiefstrahler enthält folgende Angaben: IP65 + IK10
IP65: (6) Staubdicht, (5) geschützt gegen Strahlwasser aus einem beliebigen Winkel 
IK10: Schutz gegen Stöße mit einer Schlagkraft von bis zu 20 Joule

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